Mittwoch, 15. Juli 2009

Denk nicht...


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Denke nicht
L. Peretz

Denke nicht, dass die Welt als Wirtshaus geschaffen wurde,
ein Pfad, um mit Fäusten und Nägeln den Weg in die Front des Gasthofs zu bahnen und zu fressen und zu saufen, während andere aus der Ferne mit glasigen Augen zuschauen ohnmächtig, ihren Speichel verschlingend, ihren Magen verengend mit verzerrtem Krampf.

Denk nicht, dass die Welt ein Wirtshaus ist.

Denk nicht, dass die Welt als Börse geschaffen wurde, wo der Starke über schwache und müde herrscht, wo er Baumwolle von armen Töchtern kauft, Milch aus den Brüsten der Frauen saugt, von den Männern Das Mark ihrer Knochen nimmt, von den Kindern das Lächeln, ein seltener Gast auf ihren Wachsgesichtern. Denk nicht, dass die Welt eine Börse ist.

Denk nicht, dass die Welt gesetzlos erschaffen wurde, für Wölfe, Füchse, Raub und Betrug. Der Himmel – ein Vorhang, damit Gott nichts sieht. Der Nebel – um deine Hände zu verstecken. Der Wind – um die schrecklichen Schreie zu ersticken. Die Erde – um das Blut der Opfer aufzusaugen.

Denk nicht die Welt ist gesetzlos.

Aus dem Hebräischen von
Abraham Melzer


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